Psychotherapie und Coaching

Michael Hintz -- Heilpraktiker seit 1994

Heilpraktiker:innen

Heilpraktiker:innen sind nicht-ärztliche Heilkundige, die in Deutschland eigenverantwortlich healing arts ausüben dürfen. Der Beruf ist durch das Heilpraktikergesetz geregt und es gibt zwei Haupttypen: den allgemeinen Heilpraktiker und den Heilpraktiker für Psychotherapie.

Ausbildung und Prüfung

Es gibt keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Voraussetzung für die Berufsausübung ist eine bestandene Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt. Diese Prüfung findet zweimal jährlich statt und umfasst einen schriftlichen Teil mit Multiple-Choice-Fragen sowie einen mündlich-praktischen Teil. Ziel ist es, die Kompetenz der Anwärter:innen zu prüfen und potenzielle Gesundheitsrisiken für die Öffentlichkeit zu verhindern.

Heilpraktiker für Psychotherapie

Seit vielen Jahren gibt es den Heilpraktiker speziell für Psychotherapie. Diese:r darf ausschließlich psychotherapeutisch tätig sein und keine zusätzlichen Angebote wie Heilpflanzen oder Massagen machen. Die Prüfung ist auf psychologische und psychosomatische Störungen fokussiert.

Was Heilpraktiker:innen können und was nicht

Heilpraktiker:innen können leichte bis mittelschwere Beschwerden behandeln und alternative Heilmethoden anwenden. Sie dürfen jedoch keine schweren Erkrankungen wie Krebs behandeln, keine Operationen durchführen, keine Knochenbrüche versorgen und keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen.

Es ist wichtig zu wissen: Die Berufsbezeichnung sagt nichts über die Qualität als Therapeut:in aus. Die Zulassung bestätigt lediglich, dass die Person die gesetzlichen Grenzen kennt und für Handlungen haftet, die nicht in ihr Aufgabenfeld gehören. Wenn sie jedoch nachweisen kann, dass eine bestimmte Methode beherrscht wird, darf diese angewendet werden.

Unterschiede zu Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen

Anders als Ärzt:innen haben Heilpraktiker:innen kein medizinisches Studium absolviert. Anders als psychologische Psychotherapeut:innen unterliegen sie keiner standardisierten Ausbildung. Heilpraktiker:innen können gewisse Leistungen mit einigen Kassen abrechnen, in der Regel jedoch keine psychotherapeutischen.

Warum ich den Beruf schätze

Der Beruf des Heilpraktikers ist beliebt, weil er – anders als der des Arztes – nicht an enge Vorstellungen von Wissenschaftlichkeit gebunden ist. Das betrachte ich persönlich als Vorteil. Nicht nur in der Psychotherapie ist unsere aktuelle, westliche Vorstellung von der Welt, der Biologie, des Lebens und der Psyche nicht immer ausreichend, um zu heilen.

Gerade die Psyche ist es, die in den alten Hochkulturen Asiens schon seit Jahrtausenden erforscht wurde. Viele dieser alten Techniken und Ansichten bilden heute die Grundlage einiger „moderner" Therapiemethoden. Bei der Integration dieser anfangs oft als unwissenschaftlich betrachteten Verfahren leisten Heilpraktiker:innen einen wichtigen Beitrag.